Schwinger der Woche: Inti Fabian Marti

Der Luzerner Turnerschwinger Fabian Marti hat am vergangenen Sonntag in Ruswil für die bislang grösste Überraschung in der laufenden Saison gesorgt. Er gwann das Luzerner Kantonalfest, dies dank eines Sieges im Schlussgang über Hansjörg Gloggner.
Fabian Marti (vorne) und Philipp Laimbacher duellierten sich in Ruswil zum ersten Male.

Fabian Marti, was hatten Sie sich am Morgen des Luzerner Kantonalfestes für ein Ziel gesetzt?
Fabian Marti: Das Ziel war der Kranzgewinn.

Was gab den Ausschlag, dass es so gut lief?
Marti: Nachdem ich am Zuger Kantonalen in Unterägeri mit drei gestellten im Niemandsland der Rangliste verschwand, ging ich in Ruswil mit einer anderen Einstellung in den Wettkampf. Angreifen statt abwarten lautete die Taktik.

Ihre Taktik ging von Beginn an auf?
Marti: Im Anschwingen gewann ich beide Duelle im ersten Zug. So konnte ich die Kräfte bündeln und Motivation für die nächsten Gänge sammeln.

Mitfavorit Philipp Laimbacher trotzten sie ohne grosse Schwierigkeiten einen gestellten ab?
Marti: Ich schwang noch nie gegen Philipp Laimbacher und musste mich an seine Schwingart gewöhnen. Ich wollte nichts anbrennen lassen und geriet erstaunlicherweise auch nie in eine heikle Lage. Allerdings war Philipp nicht zu 100 Prozent bei Kräften, sonst hätte die Schlussrangliste in Ruswil ein anderes Bild gezeigt.

Welche Taktik wendeten Sie im Schlussgang an?
Marti: Nachdem mir gegen Beat und Marco Fankhauser erneut zwei schnelle Siege gelangen wusste ich, dass ich den Kranz nach fünf Gängen im Trockenen hatte. Erst via Kameraden erfuhr ich, dass ich mich für den Schlussgang qualifiziert hatte. Dabei wusste ich, dass ich gegen Hansjörg Gloggner nicht chancenlos bin, obwohl ich 2013 am Bad-Schwinget gegen ihn verlor. Er wollte vor dem Heimpublikum natürich auch den Sieg und griff wehement an. Mein Motto lautete: Gewinnen oder Verlieren, am Ende war ich der Glücklichere. 

Danach überschlugen sich die Ereignisse?
Marti: Am Abend klingelte mein Handy fast ununterbrochen. Im Anschluss wollten wir in Ruswil vor Ort feiern. Allerding erfuhr ich dann, das im meiner Heimatgemeinde auf dem Schwarzenberg eine Feier steige.

Wo Sie mit dem Muni einmarschierten?
Marti: Der Besitzer lief am Morgen zu Fuss mit dem Muni auf den Schwingplatz und am Abend auch wieder heim. Als er sich auf dem Heimweg befand rief ich ihn an und fragte ich ihn, ob es möglich sei, den Muni zu verladen und auf den Schwarzenberg zu transportieren. Dort warteten bereits viel Volk, die Musik und sogar der Gemeindepräsident. Sobald mein Sieg feststand wurde im Resaturant Rössli Freibier ausgeschenkt. 

Was für Ziele haben Sie für die laufende Saison noch gesetzt?
Marti: Meinen nächsten Wettkampf bestreite ich am Pfingstmontag auf dem Stoos. Ein grosses Ziel von mir ist das Innerschweizerische Schwingfest in Cham. Der Teilverbandskranz fehlt mir noch.

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