Andreas Ulrich (Teil 6): Interview zum Abschluss

In der Schwingerwoche werden Woche für Woche von November 2014 bis Februar 2015 jeweils täglich Meldungen vom betreffenden Schwinger aufgeschaltet. Die Serie endet nach 15 Schwingern Ende Februar mit Schwingerkönig und Kilchberger Sieger Matthias Sempach. Derzeit ist Andreas Ulrich an der Reihe. Heute Teil 6.
Nebst dem Sieg am Schwyzer Kantonalen belegte Andreas Ulrich zweimal den Ehrenplatz an einem Kranzfest, wie hier in Savièse am Südwestschweizerischen Teilverbandsfest. (Foto: Rolf Eicher).

Über die Wintermonate November, Dezember, Januar und Februar schaut www.schlussgang.ch auf die vergangenen Monate der 15 erfolgreichsten Schwinger der Saison 2014 zurück. In sechs Teilen werden Rückblicke auf Festeinsätze, Siege, Ereignisse neben dem Schwingplatz und zum Abschluss ein aktuelles Interview aufgeschaltet. Vom 12. bis 19. Januar ist Andreas Ulrich an der Reihe. Zum Abschluss ein Interview mit dem Schwyzer.

Andreas Ulrich, wie bilanzieren Sie Ihre Saison 2014?
Andreas Ulrich: Ich blicke auf eine mehr als gelungene Saison zurück. Erstmals konnte ich das eigene Kantonalfest gewinnen. Am Bergfest auf der Schwägalp sowie am Südwestschweizerischen Teilverbandsfest wurde ich Zweiter und am Zuger Kantonalen stand ich gegen Christian Schuler im Schlussgang.

Haben Sie die zu Saisonbeginn gesteckten Ziele erreicht?
Ulrich: Bis auf den Stoos-Schwinget habe ich sämtliche Ziele erreicht. Am eigenen Bergfest ob Schwyz blieb ich ohne Kranz, dies schmerzte.

Welcher Anlass bleibt Ihnen in speziell guter Erinnerung?
Ulrich: Das gibt es zwei Anlässe: Der Sieg am Schwyzer Kantonalfest im Muotathal mit sechs gewonnenen Gängen war speziell. Doch auch auf der Schwägalp gelang mir eine ausgezeichnete Leistung. Zur Halbzeit führte ich mit dem Punktemaximum. Nach fünf Gängen war ich mit den beiden Schlussgangteilnehmern Benji von Ah und Mario Thürig gleichauf in Führung und am Ende belegte ich Rang zwei hinter Mario Thürig.

Wie sind Sie dort mit der Situation umgegangen, dass Sie aus einem punktgleichen Trio nicht für den Schlussgang berücksichtigt wurden?
Ulrich: Mir war von Anfang an klar, dass ich sie nicht zwei Innerschweizer berücksichtigen, somit war der Weg für Mario Thürig frei. Ich stand mit vier Siegen und einem verlorenen Gang zu Buche, Benji von Ah mit vier Siegen und einem Gestellten, somit war die Wahl von Benji gerechtfertigt.

Mit welchen Gefühlen blicken sie auf den Saisonhöhepunkt, den Kilchberger Schwinget, zurück?
Ulrich: Mit drei Siegen und ebenso vielen Gestellten blieb ich zwar unbesiegt, doch war wohl ein Unentschieden zu viel dabei. Der ganze Wettkampfverlauf gestaltete sich etwas unglücklich für mich. Nachdem ich im Anschwingen Schwingerkönig Matthias Sempach eine Punkteteilung abrang musste ich im zweiten Gang gegen Bernhard Kämpf in den Ring, der seinen ersten Gang mit einer Zehn gewann. Mit dem zweiten Unentschieden fiel ich zurück. Am Nachmittag kam noch der unglücklich verlaufene Gang mit Bernhard Reusser dazu. Mit Rang sieben bin ich trotzdem zufrieden.

Wie beurteilen Sie die Situation in Ihrem Teilverband?
Ulrich: Die Gebrüder Adi und Philipp Laimbacher, Martin Grab und ich sind nicht mehr die Jüngsten. Gerade im Kanton Schwyz wird eine Wachablösung kommen müssen. Leute wie Bruno Nötzli oder Joel Wicki haben im vergangenen Jahr angedeutet, dass im Innerschweizer Verband Talente vorhanden sind, was mich zuversichtlich stimmt.

Was war für Sie die grösste positive Überraschung der Saison 2014?
Ulrich: Der Auftritt von Schwingerkönig Matthias Sempach. Er verlor nur zwei Duelle als amtierender König und war der überragende Athlet der vergangenen Saison.

Was macht Andreas Ulrich in der schwingfreien Zeit über den Winter?
Ulrich: Im Herbst gönnte ich mir zweimal Ferien. Erst verreisten wir zu siebt nach Las Vegas. Dies war ein Geschenk zur Hochzeit, an den im vergangenen Winter zurückgetretenen Klubkameraden Ivo Laimbacher. Nachher verreiste ich noch mit Christian Schuler, dessen Freundin und Schwester für 14 Tage nach Kanada.

Was haben Sie Sich für die Saison 2015 für Ziele gesetzt?
Ulrich: Wie jedes Jahr setzte ich mir keine grossen Ziele. Ich will an jedem Anlass das Beste geben. An den Kranzfesten ist jeweils der Kranzgewinn mein Ziel.

An welchen Anlässen wird man Andreas Ulrich 2015 im Einsatz sehen?
Ulrich: Das Baselstädtische Schwingfest ist ein Ziel von mir, das muss von der Technischen Kommission im Innerschweizer Verband jedoch noch abgesegnet werden. Von den Bergfesten stehen die Rigi, der Stoos sowie der Schwarzsee im Fokus. Die Saisonplanung im Detail ist noch offen.

Was ist für Sie im Nicht-Eidgenössischen Jahr 2015 der Saisonhöhepunkt?
Ulrich: Jedes Fest hat seine Wichtigkeit. Einen Sonderstatus nehmen die drei Bergkranzfeste ein, an denen ich startberechtigt bin. Der Stoos ist mein Heimfest und immer etwas spezielles. Der Schwarzsee-Kranz fehlt mir noch, darum visiere ich eine Woche nach dem Stoos-Schwinget eine Teilnahme im freiburgischen Plaffeien an.

 


Die Schwingerwoche mit Andreas Ulrich ist abgeschlossen. Ab Montag, 19. Januar wird die Serie mit einem neuen Schwinger fortgesetzt.

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