Christoph Bieri (Teil 6): Interview zum Abschluss

In der Schwingerwoche werden Woche für Woche von November 2014 bis Februar 2015 jeweils täglich Meldungen vom betreffenden Schwinger aufgeschaltet. Die Serie endet nach 15 Schwingern Ende Februar mit Schwingerkönig und Kilchberger Sieger Matthias Sempach. Derzeit ist Christoph Bieri an der Reihe. Heute Teil 6.
Christoph Bieri (Bild) war gemeinsam mit Schwingerkönig Matthias Sempach mit zehn gewonnenen Kränzen am erfolgreichsten in der zurückliegenden Saison. (Foto: Rolf Eicher).

In der Schwingerwoche werden Woche für Woche von November 2014 bis Februar 2015 jeweils täglich Meldungen vom betreffenden Schwinger aufgeschaltet. Die Serie endet nach 15 Schwingern Ende Februar mit Schwingerkönig und Kilchberger Sieger Matthias Sempach. In der Woche vom 26. bis 31. Januar ist die Serie Christoph Bieri gewidmet. Zum Schluss der Serie, Teil 6, ein Interview mit dem Aargauer.

Christoph Bieri, wie bilanzieren Sie Ihre Saison 2014?
Christoph Bieri: Es war eine zufriedene Saison, auch wenn ich härter kämpfen musste als auch schon, um in die Kranzränge zu gelangen. Der Höhepunkt bildete am Weissenstein-Schwinget der Co-Sieg mit den Schwingerkönigen Matthias Sempach und Kilian Wenger.

Haben Sie die zu Saisonbeginn gesteckten Ziele erreicht?
Bieri: Ich gewann zehn Kränze, soviel wie noch nie in einer Saison. Mein Ziel ist es in jeder Saison ein Kranzfest zu gewinnen. Je früher dies gelingt, desto befreiter kann ich den Rest der Saison aufschwingen. Im vergangenen Sommer musste ich mich etwas länger gedulden als auch schon. 

Welcher Anlass bleibt Ihnen in speziell guter Erinnerung?
Bieri: Der Weissenstein-Schwinget, wo ich im vierten Gang Kilian Wenger bezwingen konnte und am Abend zusammen mit ihm und Matthias Sempach mich als Festsieger feiern lassen durfte.

Auffallend ist ihre gute Bilanz gegen den amtierenden Schwingerkönig Matthias Sempach?
Bieri: Wir duellierten uns in der vergangenen Saison dreimal, alle drei Begegnungen endeten mit einem Gestellten. Ich trainiere regelmässig beim Schwingklub Kirchberg, ohne dass ich dabei speziell oft mit Matthias Sempach zusammengreife.   

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf den Saisonhöhepunkt, den Kilchberger Schwinget, zurück?
Bieri: Dies war sicherlich nicht mein bester Wettkampf. Um an einem derartigen Anlass vorne mitzuschwingen, benötigt es einen Top-Tag. Ich startete mit einer Niederlage gegen Philipp Laimbacher. Nach einem Sieg gegen Marcel Mathis fiel ich mit einem Unentschieden gegen Martin Zimmermann aus der Entscheidung. Im sechsten Gang gegen Simon Anderegg schwang ich um einen guten Rang, riskierte viel, dies bezahlte ich mit einer Niederlage.

Wie beurteilen Sie die Situation in Ihrem Teilverband?
Bieri: Noch sind es die vier Eidgenossen, die den Ton angeben. Doch es sind junge Talente vorhanden, speziell im Kanton Aargau ist die Situation erfreulich. Bei unserem Technischen Leiter Guido Thürig sind sie in guten Händen. Ich bin überzeugt, dass in der Nordwestschweiz eine neue Generation heranwächst, die uns Eidgenossen dereinst ablösen wird.

Was war für Sie die grösste positive Überraschung der Saison 2014?
Bieri: Der Abstand zwischen dem Mittelfeld und der Spitze ist nochmals kleiner geworden, alles ist näher zusammengerückt. Erbringt ein Spitzenathlet einmal seine Leistung nicht, verpasst er schnell den Kranz. Das war vor ein paar Jahren noch nicht so. Das macht ein Schwingfest für den neutralen Festbesucher umso spannender.

Was machte Christoph Bieri in der schwingfreien Zeit über den Winter?
Bieri: Zusammen mit einigen Nordwestschweizer und Berner Schwingern waren wir für kurze Zeit auf Mallorca. Zudem machte ich ein paar Kurzausflüge in der Schweiz. Nach einer ruhigeren Zeit habe ich im November das Training wieder aufgenommen. Im Januar absolvierte ich in Magglingen einen WK, da gleich elf  Schwinger dabei waren, genossen wir ideale Trainingsbedingungen und konnten voneinander profitieren.   

An welchen Anlässen wird man Christoph Bieri 2015 sehen?
Bieri: Ich werde an den Bergfesten auf dem Brünig, Stoos und Weissenstein an den Start gehen. Ferner bin ich als Gast für das Berner Teilverbandsfest in Seedorf sowie voraussichtlich am Ob- und Nidwaldner Kantonalen in Sachseln eingeladen.

Was ist für Sie im Nicht-Eidgenössischen Jahr 2015 der Saisonhöhepunkt?
Bieri: Nebst dem verbandseigenen Bergfest auf dem Weissenstein der Brünig und der Stoos-Schwinget. Der Brünig ist nicht nur für die Berner und Innerschweizer ein Mythos, auch für uns Nordwestschweizer hat er einen ganz besonderen Reiz. Auf dem Stoos trete ich zum fünften Mal an, dreimal verpasste ich den Kranz um einen Viertelpunkt. Es ist der einzige Bergkranz, der in meiner Sammlung noch fehlt. Zudem findet das Aargauer Kantonalfest in Würenlingen statt. In der  Nachbarsgemeinde von  Untersiggenthal, wo ich aufgewachsen bin. Darauf freue ich mich ebenfalls sehr. 

 

Die Schwingerwoche mit Christoph Bieri ist abgeschlossen. Ab Montag, 2. Februar, wird die Serie mit einem neuen Schwinger fortgesetzt.

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