Kilian Wenger (Teil 6): Interview zum Abschluss

In der Schwingerwoche werden Woche für Woche von November 2014 bis Februar 2015 jeweils täglich Meldungen vom betreffenden Schwinger aufgeschaltet. Die Serie endet nach 15 Schwingern Ende Februar mit Schwingerkönig und Kilchberger Sieger Matthias Sempach. Derzeit ist Kilian Wenger an der Reihe. Heute Teil 6.
Kilian Wenger gewann 2014 die prestigeträchtigen Bergkranzfeste auf dem Stoos, Weissenstein und Brünig. (Foto: Rolf Eicher).

Über die Wintermonate November, Dezember, Januar und Februar schaut www.schlussgang.ch auf die vergangenen Monate der 15 erfolgreichsten Schwinger der Saison 2014 zurück. In sechs Teilen werden Rückblicke auf Festeinsätze, Siege, Ereignisse neben dem Schwingplatz und zum Abschluss ein aktuelles Interview aufgeschaltet. Vom 5. bis 10. Januar ist Kilian Wenger an der Reihe.

Kilian Wenger, wie bilanzieren Sie Ihre Saison 2014?
Kilian Wenger: Ich ziehe eine persönlich sehr erfreuliche Bilanz mit wenigen Ausrutscher wie etwa am Berner Kantonalen, wo ich mich Platz neun begnügen musste. Kann man drei Bergfeste in einer Saison gewinnen, darf man sicherlich von einer mehr als gelungenen Saison sprechen. Das Verpassen des Saisonhöhepunktes, des Kilchberger Schwingets tat weh.

Haben Sie die zu Saisonbeginn gesteckten Ziele erreicht?
Wenger: Ich denke ja. Mein Ziel war es, an jedem Fest an der Spitze mitzukämpfen. Dies habe ich fast immer erreicht.

Welcher Anlass bleibt Ihnen in speziell guter Erinnerung?
Wenger: Eindeutig der Stoos- Schwinget. An diesem Anlass war ich zum ersten Mal überhaupt dabei. Dass ich gleich als Sieger den Schwyzer Hausberg verlassen konnte, war eine grosse Freude. Dank Christian Stucki gelang uns Bernern gar ein Doppelsieg.

Die Hitze am Pfingstwochenende machte Ihnen nichts aus?
Wenger: Nein, aber es war tatsächlich sehr heiss auf dem Stoos. Ich schwinge nicht gerne wenn es zu heiss ist, zu kühle Bedingungen, wenn man an die Finger friert, sind jedoch viel unangenehmer.   

Auf den Saisonhöhepunkt, den Kilchberger Schwinget, blicken Sie wohl mit unguten Gefühlen zurück?
Wenger: Leider musste ich wegen Rückenschmerzen kurzfristig meine Teilnahme absagen. Für jeden Schwinger ist es eine Ehre, wenn er einmal an einem Kilchberger Schwinget teilnehmen darf. Schweren Herzens musste ich am Samstagmorgen vor  dem Anlass meinen  Verzicht kundtun. Dies tat weh, doch die Gesundheit ging vor.

Wie beurteilen Sie die Situation in Ihrem Teilverband?
Wenger: Der Berner Verband befindet sich in einer komfortablen Situation. In unserer Mannschaft stimmt die Mischung aus Jung und Alt. Davon kann jeder Schwinger profitieren.

Was war für Sie die grösste positive Überraschung der Saison 2014?
Wenger: Die Art und Weise wie konstant Matthias Sempach als amtierender Schwingerkönig auftrumpfte. Er hat den Übergang vom Königsanwärter zum Gejagten lückenlos geschafft und eine hervorragendes erstes Amtsjahr als Schwingerkönig hinter sich. Dies verdient Respekt und Anerkennung.

Was machte Kilian Wenger in der schwingfreien Zeit über den Winter?
Wenger: Ich war viel in meinem Beruf als Chauffeur unterwegs, gönnte mir im Herbst aber auch etwas Ferien. Im WK im Dezember in Magglingen mit weiteren Schwingern wie Simon Anderegg, Florian Gnägi, Philipp Gloggner und Erich Fankhauser konnte ich sehr gut trainieren. Das Training in unserem Klub nehmen wir ab Januar wieder auf.

Was haben Sie Sich für die Saison 2015 für Ziele gesetzt?
Wenger: Darüber habe ich mir noch wenig Gedanken gemacht. Ich will wieder beschwerdefrei schwingen können und versuchen möglichst an die Saison 2014 anzuknüpfen. Ein Ziel ist es, am Hallenschwinget in Oberdiessbach mein erstes Schwingfest seit meinen Rückenschmerzen, zu bestreiten.

An welchen Anlässen wird man Kilian Wenger 2015 sehen?
Wenger: Eigentlich wollte ich am Baselstädtischen Schwingfest teilnehmen, doch sind die Berner 2015 dort nicht startberechtigt. Ob ich ein auswärtiges Teilverbandsfest bestreite ist noch offen, ich kann auch gut für einen anderen Kameraden, der noch keine Gelegenheit hatte an einem Teilverbandsfest teilzunehmen, auf meinen Startplatz zu verzichten.

Was ist für Sie im Nicht-Eidgenössischen Jahr 2015 der Saisonhöhepunkt?
Wenger: Für uns Berner ist der Schwägalp-Schwinget ein ganz spezielles Datum. Für mich ist es erst die zweite Teilnahme nach 2007. (Damals als 17-Jähriger schwang ich um den Kranz, musste jedoch Routinier  Jakob Roth den Vortritt gewähren). Ich strebe den erstmaligen Kranzgewinn im appenzellischen an. Doch auch der Brünig-Schwinget ist mich als Berner Oberländer stets etwas besonderes, genauso wie ich mich auf das Berner Kantonale in Seedorf freue.

Die Schwingerwoche mit Kilian Wenger ist abgeschlossen. Ab Montag, 12. Januar wird die Serie mit einem neuen Schwinger fortgesetzt.

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