Marcel Bieri (Teil 4): Interview

Die beliebte Herbst- und Winterserie auf www.schlussgang.ch, SCHWINGERWOCHE, läuft wieder von November 2019 bis Ende Februar 2020. In dieser Woche im Fokus: der Innerschweizer Neueidgenosse Marcel Bieri. Heute folgt mit dem Interview zum Abschluss Teil 4.
Marcel Bieri beim Interview am Nordwestschweizer Schwingfest 2019. (Foto: David Sigg)

Marcel Bieri, wie geht es Ihnen?
Marcel Bieri: Danke, mir geht es gut. Ich konnte mich von meiner Verletzung an der Schulter erholen und bin wieder voll im Training.

Sie gewannen 2019 insgesamt acht Kränze, darunter der erste eidgenössische – eine tolle Bilanz. Mit welchen Gedanken schauen Sie auf die Saison zurück?
Bieri: 2019 war für mich wirklich ein sehr gutes Jahr. Ich konnte an jedem Kranzfest, an welchem ich teilnahm, mit Eichenlaub die Heimreise antreten. Jedoch holte ich mir auch meine erste ernsthaftere Verletzung in diesem Jahr, was mich auch ein wenig nachdenklicher machte. Es zeigte mir, dass man sich auch an Rangfesten voll und ganz konzentrieren muss und sich auch bei wärmeren Temperaturen trotzdem richtig einwärmen muss.

Das ESAF fand direkt vor Ihrer Haustüre statt. Das war sicherlich speziell…
Bieri: Es war sehr speziell. Ich hoffte, dass mich der «Heimvorteil» zusätzlich pusht und zu meinem Glück passierte genau das. Ich wuchs über mich hinaus und konnte meine Bestleistung in diesem Jahr abrufen. All die Eindrücke dieses imposanten Festes bleiben mir stets in bester Erinnerung.

Welches Fest der Saison 2019 bleibt Ihnen, nebst dem ESAF, besonders in Erinnerung?
Bieri: Ich durfte in diesem Jahr an meinem ersten auswärtigen Teilverbandsfest, dem NWS, teilnehmen und verpasste nur knapp den Schlussgang. Ich schloss das Fest auf dem zweiten Schlussrang ab, was mich sehr freute. Zusätzlich stand ich am Zuger Kantonalschwingfest gegen Pirmin Reichmuth im Schlussgang. Wie ich gehört habe, waren zum letzten Mal vor fast 30 Jahren zwei Zuger am eigenen Fest im Schlussgang. Darauf bin ich dieses Jahr auch stolz.

Wie sieht Ihr Wintertraining aus?
Bieri: Normalerweise absolviere ich im Winter pro Woche 2-3 Krafttrainings und 2 Schwingtrainings. Durch den Bänderriss konnte ich jedoch nach der Saison 2019 nicht optimal trainieren. Jedoch bin ich nun schmerzfrei und kann wieder trainieren. Mich freut besonders, dass ich ab 2020 vom Spitzensport-WK in Magglingen profitieren kann und dort mit weiteren Spitzenschwingern trainieren darf.

Ihre Festagenda 2020 schaut prallgefüllt aus. Wie schaffen Sie das nebst der Arbeit?
Bieri: Da mein Beruf als Primarlehrperson nicht unbedingt körperlich anstrengend ist, kann ich im Training Vollgas geben und abstellen. Es ist aber auch so, dass man als junge Lehrperson mehr in die Unterrichtsvorbereitungen investieren muss, da man noch nicht von einem grossen Fundus profitieren kann. Aber durch eine Anpassung des Pensums komme ich nun besser mit der Situation zurecht.

Was haben Sie sich für 2020 vorgenommen?
Bieri: Mir ist bewusst geworden, dass die Gesundheit ein grosser Faktor ist, da ich zum ersten Mal mit diesem Problem konfrontiert wurde. Mein Ziel ist es, weiterhin viele Kränze zu sammeln. Hoffentlich liegt die eine oder andere Schlussgangteilnahme drin.

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