Matthias Sempach (Teil 4): SCHLUSSGANG-Bericht NOS 2012

In der Schwingerwoche werden Woche für Woche von Mitte Oktober bis Mitte März jeweils täglich Meldungen vom betreffenden Schwinger aufgeschaltet. Die Serie startet mit Matthias Sempach. Heute: Teil 4.

Erstmals seit 1943 (Willy Lardon) gewann ein Berner am Nordostschweizerischen. Logisch war der Text über das Fest in der Schwingerzeitung SCHLUSSGANG auf Matthias Sempach ausgerichtet.

Bärenstarker Matthias Sempach
Was Matthias Sempach im Engadin bot, war Schwingen der absoluten Sonderklasse und erinnerte an den Auftritt von Kilian Wenger in Frauenfeld. Mit Routinier Stefan Burkhalter hielt er sich nicht lange auf und auch der unbequeme Fabian Kindlimann wusste nicht, wie ihm geschah, als er durch die Luft flog. Jakob Roth bezwang er am Platzrand am Boden, womit Matthias Sempach einer von sechs Schwingern war, die am Mittag mit drei Siegen an der Spitze lagen.

Im vierten Gang kam es nicht zum Treffen mit Daniel Bösch, sondern mit Arnold Forrer. Da Forrer schon am Morgen mit Andreas Ulrich die Punkte teilte, fiel er nach dem Gestellten aus der Entscheidung. Der 26-jährige Sempach blieb gemeinsam mit drei weiteren Schwingern Dritter, hinter Daniel Bösch und Urban Götte. Nachdem er auch noch Andy Büsser ins Sägemehl beförderte, war Sempach mit 1,25 Punkten Rückstand auf Bösch nun wieder Zweiter und qualifizierte sich für den Schlussgang.

Kein Taktieren
Wollte er den überragenden Daniel Bösch noch abfangen, musste Sempach angreifen. Und dies tat er hartnäckig. Immer wieder attackierte er den Unspunnen-Sieger mit seinem Spezial-Brienzer, mit dem er schon den ganzen Tag aufhorchen liess – in der fünften Minute schliesslich mit Erfolg: Mit Nachdrücken am Boden liess er Bösch bis zum «Guet» des Kampfrichters Stefan Tresch nicht mehr los.

Daniel Bösch war der zweite überragende Schwinger, der nach fünf Gängen nur einen Viertelpunkt hinter dem Punktemaximum lag. Christian Stucki legte er in der letzten Minute mit «Hüft-Kurz» auf den Rücken, und auch die übrigen Gegner Edi Philipp, Pascal Hirt, Peter Imfeld und Dominic Schneider hatten ihm nichts entgegenzusetzen. Schon vor dem Schlussgang legte Bösch seine Taktik offen: «Ich schwinge nicht auf Stellen», obwohl ihm ein Gestellter zum alleinigen Tagessieg gereicht hätte. Nach der Niederlage gegen Sempach war ihm die Enttäuschung aber anzusehen.

Die Serie Schwingerwoche mit Matthias Sempach wird am Freitag, 19. Oktober, mit Teil 5 fortgesetzt. 

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