Willy Graber (Teil 6): Interview

In der Schwingerwoche werden Woche für Woche von November 2014 bis Februar 2015 jeweils täglich Meldungen vom betreffenden Schwinger aufgeschaltet. Die Serie endet nach 15 Schwingern Ende Februar mit Schwingerkönig und Kilchberger Sieger Matthias Sempach. Derzeit ist Willy Graber an der Reihe. Heute Teil 6.
Einer der Höhepunkte in Willy Grabers Schwingerjahr 2014: Nach dem Sieg über Stefan Studer qualifizierte er sich am Berner Kantonalfest in St. Imier für den Schlussgang. (Bild: Rolf Eicher).

In der Schwingerwoche werden Woche für Woche von November 2014 bis Februar 2015 jeweils täglich Meldungen vom betreffenden Schwinger aufgeschaltet. Die Serie endet nach 15 Schwingern Ende Februar mit Schwingerkönig und Kilchberger Sieger Matthias Sempach. In der Woche vom 2. bis 7. Februar ist die Serie Willy Graber gewidmet. Zum Schluss der Serie, Teil 6, ein Interview mit dem Berner Mittelländer.


Willy Graber, wie bilanzieren Sie Ihre Saison 2014?
Willy Graber: Zu Beginn lief es eher harzig, doch im weiteren Saisonverlauf steigerte ich mich. Es war eine durchzogene, zum Saisonhöhepunkt hin anständige Saison.

Haben Sie die zu Saisonbeginn gesteckten Ziele erreicht?
Graber: Mein Ziel beim Saisonhöhepunkt, dem Kilchberger Schwinget, mit vier Siegen und Rang vier habe ich erreicht. Dazu kommt die Schlussgangteilnahme am Berner Kantonalfest kurz davor. Dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Saisonhälfte habe ich meine Ziele mehrheitlich erreicht.

Welcher Anlass bleibt Ihnen in speziell guter Erinnerung?
Graber: In erster Linie das Berner Kantonalfest in St. Imier, wo ich mich für den Schlussgang qualifizierte. Dabei war ich im Nachteil, dass ich im Duell gegen Florian Gnägi auf Sieg schwingen musste, wollte ich noch Festsieger werden. Diesen Vorteil verwertete Gnägi zu seinen Gunsten.

Mit welchen Gefühlen blicken sie auf den Saisonhöhepunkt, den Kilchberger Schwinget, zurück?
Graber: Mit vier Siegen und Rang vier darf ich eine erfreuliche Bilanz aus Zürich mitnehmen. In den zwei Duellen die ich verlor (gegen Benji von Ah und Thomas Sempach), riskierte ich viel, dabei wurde mein Offensivstil nicht belohnt. Doch wer nichts riskiert, gewinnt nichts.

Sie und Remo Käser waren die beiden Ersten, die sich in einem Berner Direktduell gegenüberstanden?
Graber: Ich dachte mir schon, dass Berner Duelle möglich sind. Dass Remo und ich jedoch schon im dritten Gang miteinander eingeteilt wurden fand ich nicht gut. Und dass ich im fünften Gang gegen Thomas Sempach gleich noch einmal gegen einen Kameraden aus dem eigenen Teilverband ins Sägemehl musste war für mich ebenfalls nur schwer nachvollziehbar. Glücklicherweise blieb der Sieg trotz den vielen Berner Duellen bei uns im Kanton, alles andere wäre nicht sportlich gewesen.

Was war für Sie die grösste positive Überraschung der Saison 2014?
Graber: Zahlreiche Talente drücken in allen Teilverbänden nach. Dies ist das Beste, was unserem Sport passieren kann. Im Kanton Bern hat sich Remo Käser nach vorne gekämpft.

Was machte Willy Graber in der schwingfreien Zeit über den Winter?
Graber: Ferien hatte ich keine, doch habe ich einen Monat lang eine schwingerische Pause eingelegt. Ich gönnte mir mehr Zeit für meine Familie und meinen Hof.   

An welchen Anlässen wird man Willy Graber 2015 sehen? Wann starten Sie in die Saison?
Graber: Im Detail kenne ich meine Einsätze noch nicht. An den Frühjahrsanlässen entscheide ich frisch von der Leber weg, wo ich an den Start gehen werde. Der Berner Verband ist an vier Bergfesten startberechtigt (Brünig, Schwarzsee, Schwägalp und Weissenstein), doch ein Athlet darf bekanntlich pro Saison maximal drei Anlässe bestreiten. Welches der Genannten ich weglassen werde ist noch offen. Zudem hoffe ich als Gast ein auswärtiges Teilverbandsfest bestreiten zu dürfen. 

Was ist für Sie im Nicht-Eidgenössischen Jahr 2015 der Saisonhöhepunkt?
Graber: Nebst den Bergklassikern sicherlich das eigene Teilverbandsfest in Seedorf. Als Höhepunkt werte ich auch das Mittelländische Schwingfest in Richigen, wo unser Klub Worblental Trägerverein ist. An diesem Wettkampf möchte ich vorne mitschwingen. Wichtig ist mir das Zwischenjahr auch als Vorbereitung für das nächste Jahr, wo wieder ein Eidgenössisches ansteht, zu nutzen.

Die Schwingerwoche mit Willy Graber ist abgeschlossen. Sie wird am Montag, 9. Februar, mit einem neuen Schwinger fortgesetzt.   

 

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